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Gefangen

  Ich esse Fisch. Ein Netz hängt unter der Decke. In Gedanken seh' ich sie zappeln, sie wollen sich befreien, so wie auch ich ausbrechen möchte, mich befreien möchte, von allen Konventionen der Gesellschaft. Mein Blick fällt nach draußen. Ich seh' die Straßen bei Nacht, die Lichter der Ampeln und die roten Kometenschweife der Rücklichter. Ich seh' das Netz einer Spinne. Ich seh' Paris aus der Luft. Einerlei. Ich bin gefangen in diesem Muster der Gleichförmigkeit, das die ganze Welt umspannt. Menschen die hungern, Menschen die sterben, Menschen die leiden, und ich schau' an die Decke, betrachte ein verstaubtes Netz und ess' meinen Fisch.

Januar 1997 © Georg Conrad

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