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Regenbogen

Ich sah einen Regenbogen.
Sein Licht war fein und zart und feminin.
Ein leuchtender Farbring der die ganze Welt umspannt,
und ich sitz' im Wagen, mein Vater vorne steuert.
Ich preß' mein Gesicht ans Fenster,
fühle das Glas. Es ist kalt und feucht.
So gern würd' ich halten, hier bleiben
den Regenbogen berühren,
in seinem Licht baden.
Mit den Fingern folg' ich seinen Farben auf dem Fenster -
und werd' traurig
als der Bogen vergeht und verblaßt und nur der dunkle, drohende Schatten
der tiefhängenden Wolken der mich verfolgt, bleibt
und mein trauriges, farbloses Bild,
gemalt aus meinem eigenem Atem,
auf der Scheibe die nur nach dem Gummi der Dichtung riecht.
Ich seh auf der Straße die Pfützen,
die wachsenden Wellenkreise der Tropfen
und wie mein Bild in Tränen verwelkt. -
Der Bogen ist fort, ein bitt'rer Gedanke.
In meinen Augen sammelt sich salziges Wasser
um in warmen Streifen über meine kalte Wange zu kriechen.
Und da, - da seh' ich ihn wieder,
den Regenbogen, mit all seinen Farben,
seinem schimmernden Licht, und ich presse weitere Tränen hervor,
um ihn nicht wieder zu verlieren,
und schließe ihn in mein Herz,
für immer.

Februar 1997 © Georg Conrad

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