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Die Truppe zog durch eine recht hügelige Landschaft. Gnugelipu war guter Dinge und rannte mit Fuchur um die Wette, wobei der kleine Hund immer den kürzeren zog. Schnell wurde es ihm langweilig und er ließ sich von Ingen tragen. Plötzlich verschwand Gnugelipu hinter einem großem Hügel und als er nicht mehr zum Vorschein kam, beschlossen sie nachzusehen wo er blieb. Als sie auf der Spitze des Hügels angekommen waren sahen sie etwas Unglaubliches. Der Hügel war riesig und in der Mitte stand ein kleines Dorf, doch von Gnugelipu war keine Spur zu sehen.
Als sie dem Dorf näher kamen, bemerkten sie, daß es sich um ein Koboldsdorf handeln mußte. Doch von den kleinen, lebhaften Lebewesen war keines zu sehen. Als sie das Dorf fast erreicht hatten, fuhren sie erschrocken zusammen. Ein Mark erschütternder Schrei zerriß die Stille. Ein bißchen erschrocken gingen sie dem Schrei nach und fanden Gnugelipu zusammen gekauert über einem anderen Kobold der auf dem Boden des Marktplatzes lag. Ingen ging langsam auf Gnugelipu zu. Als der kleine Kobold den Kopf hob erschraken sie abermals, was sie sahen ließ ihnen den Atem stocken. Gnugelipu kullerten dicke Tränen aus seinen dunkelbraunen Augen. Auf einmal bemerkte Nanja einen zweiten Kobold der um die Ecke lugte. Ohne das sie jemand sah verschwand Nanja. Doch plötzlich kam sie mit dem Kobold vor sich um eine Ecke. Als Gnugelipu ihn sah fiel er ihm um den Hals. Sie murmelten ein paar Sätze auf Koboldisch. Gnugelipu stellte Nanja und den Andern den Fremden Kobold vor, sein Name war, oder ist heute noch Wuschwusul. Außerdem berichtete Gnugelipu das Wuschwusul gesagt hatte, daß ein Zauberer mit sechs Bären die aufrecht gehen und sprechen konnten hier gewesen war. Er fügte noch hinzu: "Sie hatten auch Schilder und Speere, Schwerter oder Äxte."
Schießmaar der Freund von Bruder Jakob, der vor kurzem zu ihnen gestoßen war fragte Gnugelipu: "Kann Wuschwusul unsere Sprache sprechen?"
Gnugelipu nickte. Ingen ging auf Wuschwusul zu und fragte ihn: "Wo sind die andern Kobolde? Du bist doch bestimmt nicht der einzige Kobold der hier lebt."
Wuschwusul sagte mit zitternder Stimme: "Der Zauberer hat sie mitgenommen."
Gnugelipu meinte mit ernster Stimme: "Wir müssen sie befreien."
Die Andern blickten sich fragend an. Kirie der sich bis jetzt ruhig verhalten hatte, kniete sich zu den beiden kleinen Kobolden hinunter und sagte: "Ich glaube das ich im Namen aller hier spreche wen ich sage ich helfe euch" Kirie nahm Gnugelipus Hand. Ingen kniete sich ebenfalls zu Gnugelipu und nahm seine Hand. Nun knieten sich die Andern auch zu Gnugelipu und taten Ingen und Kirie gleich. Sie begruben den Alten Kobold und errichteten sich außerhalb des Dorf ihr Lager für die Nacht.
Am nächsten Morgen marschierten sie los. Sie nahmen sich noch ein zwanzig Meter langes Seil mit. Es war schon eine lustige Truppe, zwei Kobolde, eine halb nackte Kriegerin, ein Zwerg und zwei Männer hinterdrein. Wuschwusul ging voran da er als einziger den Weg zum Schloß des Zaubers kannte. Sie wanderten vier Tage, bis sie das Schloß erreicht hatten. Da es schon Spät war, kampierten sie in einem nahe gelegenen Wald. Sie bestimmten die Nachtwachen und legten sich schlafen. Gnugelipu kletterte auf einen Baum, mit Fuchur in einer Trage die er kurz zuvor gebaut hatte. Er befestigte die Trage mit dem Seil an einem dicken Ast . Zuerst schien der kleine Hund nicht so von Gnugelipus Idee angetan zu sein, aber als er merkte das er dort oben sicher war, rollte er sich behaglich in der Trage ein. Gnugelipu legte sich in eine Astgabelung nahe der Trage. Ingen schob die erste Wache und schlief dabei ein. Plötzlich wurde Gnugelipu durch ein merkwürdiges Geräusch geweckt. Auf den ersten Blick konnte er jedoch nichts außergewöhnliches feststellen, doch als er noch mal nachguckte, sah er einen großen Schatten. Er wußte nicht was er machen sollte. Der Schatten nährte sich den andern, fieberhaft wühlte er in seinen Taschen. Auf einmal fühlte er eine seiner Rauchbomben in der Hand. Gnugelipu wartete bis der Schatten bis auf zwanzig Meter heran gekommen war, dann Wurf er seine Rauchbombe und kletterte schnell vom Baum und weckte die Andern. Ingen spannte seine Armbrust und legte sie an, Nanja stellte sich mit ihrem Bihänder in der Hand hinter einen Baum, Wuschwusul versteckte sich und Gnugelipu kletterte wieder auf den Baum zu Fuchur. Audgnog stellte sich mit seiner Axt mitten in den Weg und Schissmaar nahm sein Schwert zur Hand und stellte sich hinter Audgnog. Jetzt kam der Schatten näher. Nun konnten sie erkennen das es einer der Bären war von denen Wuschwusul erzählt hatte. Audgnog wollte gerade zuschlagen, da kam Nanja hinter ihrem Baum her. Der Bär war so überrascht das er gar nichts machen konnte, als Nanja zuschlug. Sie traf den Bären mit ihrem Bihänder mit voller Wucht auf seinem Brustkorb. In dem Moment als Nanja ihm mit dem Schwert traf war ein lautes knirschen zu hören und der Bär war verschwunden und dort wo er stand lag nur noch ein Haufen schwarzer Steine. Gnugelipu kletterte schnell von den Baum und hatte die Tragetasche mit Fuchur herunter geholt. Die Andern hatten in der Zwischenzeit das Feuer gelöscht und ihre Sachen zusammen gesucht. Nun beratschlagten Sie was zu tun sei.
Schießmaar sagte: "Ich bin dafür das wir uns aus dem Staube machen."
Gnugelipu protestierte. Ingen beruhigte ihn und sagte: "Wir helfen dir schon."
Nanja schlug vor, sich jetzt anzuschleichen und zu versuchen irgend wie in die Burg zu gelangen. Die Andern willigten ein.
Als sie die Burg erreicht hatten sahen sie keinen Weg irgendwie in die Burg zu gelangen. Sie wollten sich gerade in zwei Gruppen einteilen da entdeckte Gnugelipu eine kleine Schießscharte wo sie gerade so durch paßten die ca. zehn Meter über ihnen lag. Ingen holte das Seil aus seinem Rucksack, band es an einem Stein fest und probierte mit dem Stein in die Schießscharte zuwerfen, als er endlich getroffen hatte und hoch klettern wollte kam das Seil samt Stein wieder zurück und zwar genau auf Ingens Kopf.
Wuschwusul schlug sich vor den Kopf und sagte: "Typisch Mensch, er war viel zu schwer für den kleinen Stein." Wuschwusul suchte einen stabilen Stock und befestigte das Seil an ihm. Er warf den Stock beim ersten mal durch die Scharte. Der Stock klemmte sich von innen quer hinter die Schießscharte. Ingen der mittlerweile wieder zu sich gekommen war staunte. Sie kletterten alle nacheinander an dem Seil hoch, doch als Audgnog an dem Seil hoch klettern sollte gab es Schwierigkeiten, er schaffte es nicht an dem Seil hoch zu klettern. Wuschwusul murmelte einen Satz auf einer ihnen unbekannten Sprache noch nicht einmal Gnugelipu konnte sie verstehen. Nachdem Wuschwusul fertig war, schwebte Audgnog auf einmal zu ihnen herauf und landete sanft neben ihnen auf dem Boden. Es hatte ihm die Sprache verschlagen, daß war den Andern ganz recht, so konnte er wenigstens nicht herum meckern. Sie setzen sich kurz hin um zu verschnaufen. Gnugelipu stellte die Trage mit Fuchur neben sich, dabei kippte die Trage um und Fuchur purzelte heraus. Unglücklicher Weise hatte Gnugelipu sich neben eine Treppe gesetzt die nach unten führte, der kleine Hund rollte die Treppe hinunter und Gnugelipu rannte wie von der Heftzecke gebissen hinter her. Die Andern begriffen im ersten Moment was passiert war, bis sie plötzlich von unten einen Schrei hörten. Sie hasteten ihre Sachen zusammen und rannten schnell nach unten. Dort angekommen sahen sie nur den Hut von Gnugelipu als sie ihn aufheben wollten bemerkten sie das Fuchur zusammen gekauert in ihm lag. Als Nanja ihn herraus holen wollte biß er sie in die Hand, doch als Ingen ihn raus holen wollte biß er ihn nicht. Ingen war der einzige dem Fuchur traute.
Schießmaar meinte: "Vielleicht kann Fuchur uns zu Gnugelipu bringen."
Ingen versuchte Fuchur über eine halbe Stunde klar zu machen das er Gnugelipu suchen sollte bis es klappte. Als Fuchur die Suche aufnahm und voraus lief bemerkten die Andern gar nicht das er humpelte. Gnugelipu saß inzwischen in einem Verließ, drei Bären hatten ihn gefangen genommen. Die Anderen waren Fuchur schon fast eine halbe Stunde gefolgt, bis er plötzlich in einem dunklem Gang verschwand. Als Ingen ihm gerade nachlaufen wollte, kamen fünf Bären auf ihn zu. Nanja und Audgnog zögerten keinen Augenblick und zogen ihre Waffen. In der Zeit, als die Andern kämpften, glaubte Gnugelipu ein Geräusch gehört zu haben. Er ging tiefer in seine Zelle um festzustellen wo das Geräusch hergekommen war. Als er das Ende des Kerkers erreicht hatte konnte er nichts entdecken. Plötzlich ging eine Fackel an und er sah sich von einer Schar Kobolden umgeben. Seine Augen weiteten sich vor erstaunen, glücklich fielen sie sich um den Hals. Auf einmal flog die Türe auf und noch schneller flogen Ingen, Nanja, Audgnog, Schießmaar, Wuschwusul und Kirie herein. Gnugelipu rannte schnell zu ihnen hin und half ihnen auf. Nun beratschlagten alle zusammen was zu tun sei. Ein merkwürdiges Geräusch ließ sie aufschrecken, Gnugelipu beschloß nachzusehen. Als er die Kerkertüre erreicht hatte sah er Fuchur mit dem Schlüssel für die Kerkertüre auf sich zu kommen, er rief : "Du bist der Retter in der Not."
Nachdem Fuchur sie erreicht hatte brach er zusammen. Ingen schloß schnell die Türe auf. Die Kobolde beeilten sich aus dem Kerker zu gelangen, Gnugelipu trug Fuchur unter seinem Hemd da es sehr kalt war. Sie irrten ungefähr eine ganze Stunde in der Burg herum, bis sie eine Türe fanden die nicht verschlossen war.
Es war das Zimmer des Zauberers. Wuschwusul fand in einer Ecke ein Pentagramm. Da er wußte das der älteste der Kobolde auch ein Pentagramm in seiner Hütte hatte, holte er die andern Kobolde und schickte sie nach Hause. Als gerade der letzte Kobold in das Pentagramm gegangen war, ging die Türe Auf , und der Zauberer kam mit fünf Bären herein. Der Zauberer hatte einen großen Rubine dabei. Wuschwusul hatte ihnen von diesem Rubine erzählt es war die Energie Quelle für die Zauberkraft des Zauberers, der sie die ganze Zeit beobachtete. Ingen rannte auf den Zauberer zu, wollte gerade den Rubine zertrümmern, doch es war so als ob er gegen eine Mauer gerannt wäre.
Gnugelipu zog Kirie zu Seite und sagte: "Wenn ich dir ein Zeichen gebe rennst du los und zertrümmerst den Rubine, vertrau mir." Gnugelipu wartete einen günstigen Augenblick ab, dann gab er Kirie ein Zeichen. In zwischen hatte er seinen Zauber Klickeradoms gemacht, mit dem man etwas umfallen lassen kann. Er ließ ein Tongefäß von einem Regal fallen. Als der Zauberer nachguckte was passiert sei, war er für einen Augenblick nicht richtig konzentriert und Kirie schnappte sich den Rubine und ließ ihn fallen der Rubine zersprang in tausend kleine Teile. In dem Moment löste sich der Zauberer mit seinen Bären auf es blieben sechs kleine Haufen schwarzer Steine zurück.
Fuchur ging es bald wieder besser er hatte sich zwar seine Pfote gebrochen, als er die Treppe hinunterfiel, genoß es aber so bedient zu werden. Am nächsten Tag zogen sie dann wieder weiter. Ingen fragte Gnugelipu: "Wer war eigentlich der Kobold den wir beerdigt haben?"
Gnugelipu antwortete: "Es war mein Vater."
Ingen verlangsamte sein Schrittempo und blickte Gnugelipu schweigend an.
Februar 1996 © Marc Hemmers (12 Jahre)
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