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Seeschlangen

Im weiten Meer, ganz nah an Land
da tummeln sich, noch unbekannt,
zwei Echsen, ihre Leiber schuppig,
im Umgang mit sich selber ruppig.

Ein Schiff dort draußen will entdecken,
wie diese Wesen sich gar necken.
Doch werden sie des Schiffs gewahr,
sind die Entdecker in Gefahr

Auf See die Schlangen tauchen unter,
sie schwimmen los und suchen munter,
den großen, hölzern Störenfried,
um dies zu tun, was jetzt geschieht:

Ein Pfeil aus Schuppen schnellt nach oben,
wie aus dem Meere herausgehoben,
fällt herab dann wie ein Stein,
erbarmungslos schlägt er dann ein.

Schreie und entsetze Rufe,
wie sie die Hölle selber schufe,
so hallen sie über das Meer,
und dann die Stille, lastet schwer.

Nur Planken noch, aus nassem Holz,
der Rest des Schiffes ganzer Stolz,
dümpeln auf dem Wellenmeer,
vereinzelt durch die Nacht umher.

Und draußen in der stillen Nacht,
da tummeln sich ganz unbedacht,
zwei Schlangen, die sich dann verbinden,
um endlich einmal Ruh zu finden.

Mai 1998 © Alexander Weisheit

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